VfL Bochum 1848   
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2.Bundesliga 2017/2018 - Samstag, 18. November 2017, 13:00 Uhr
VfL Bochum - Greuther Fürth (1:1) 1:1

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 11.228
VfL: Riemann - Gyamerah, Losilla, Leitsch (68.Bandowski), Bastians - Gündüz, Celozzi, Janelt (82.Hoogland) - Soares - Hinterseer, Diamantakos (59.Kruse)
SGF: Burchert - Maloca, Magyar, M.Caligiuri, Wittek - Sontheimer (46.Gugganig), Pinter (79.Gjasula) - Narey, Raum, Cigerci - Dursun (66.Steininger)
Tore:
0:1 M.Caligiuri (8., Rechtsschuss, Vorarbeit Wittek),
1:1 Hinterseer
(17., Kopfball, Vorarbeit Janelt)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Am 14. Spieltag trafen an diesem kühlen Samstag Nachmittag zwei Klubs aufeinander, die mit hohen Ansprüchen in diese Saison gestartet waren und inzwischen sehr hart auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Sowohl in Fürth als auch in Bochum träumte man zu Saisonbeginn davon, in dieser Spielzeit oben mitzuspielen, aber heute empfing der Tabellenvierzehnte VfL Bochum den Tabellenvorletzten Greuther Fürth zum "Kellerduell". So haben beide Klubs auch schon früh ihre Cheftrainer ausgetauscht. Beim VfL stand auch an diesem Nachmittag wieder Interimstrainer Jens Rasiejewski für den beurlaubten Ismail Atalan an der Seitenlinie, in Franken hat man sich bereits am vierten Spieltag vom Erfolgscoach der vergangenen Saison, Janos Radoki, wieder getrennt und Damir Buric als neuen Chef installiert.

Sehr viel besser läuft es bei beiden Klubs aber auch nach dem Trainerwechsel noch nicht und so bekamen die nur noch knapp 11.000 Besucher im Ruhrstadion einen richtigen "Grottenkick" geboten. Die Anfangsphase ließ aber zunächst - wie beim letzten Heimspiel gegen Düsseldorf - noch auf ein interessantes Spiel hoffen. Nach einem Freistoß von Wittek irritierte Dursun die VfL-Abwehr und so konnte Fürths Kapitän Caligiuri unbedrängt zum 0:1 einschieben. Auch der VfL brauchte eine Standardsituation, um zehn Minuten danach zum aber absolut verdienten Ausgleich zu kommen. Eine Freistoßflanke von Janelt von der linken Seite köpfte Hinterseer ebenfalls unbedrängt zum 1:1 ins Tor. Anschließend war der VfL weiterhin überlegen, ohne wirklich gefährlich vor das Tor des Gegners zu kommen. Die Gäste aus Franken schienen mit dem Punktgewinn voll zufrieden und so plätscherte das Spiel bis zum Ende ziemlich ereignislos vor sich hin. Den Titel "Kellerduell" hatte sich dieses Spiel am Ende auf jeden Fall verdient, denn die Zuschauer sahen vor allem zwei total verunsicherte Teams, überdurchschnittlich viele Stockfehler und viele Fehlpässe. Eine Schrecksekunde für die Gastgeber gab es dann aber doch noch, in der 90. Minute, als ein Bochumer Verteidiger ausrutschte und Fürths Narey plötzlich zunächst alleine auf Riemann zulief. In letzter Sekunde grätschte Bochums Kapitän Celozzi aber glücklicherweise noch dazwischen.

Dem Spiel passte sich auch mal wieder die Stimmung im Ruhrstadion nahtlos an. Die Ultragruppen in Bochum bleiben bei ihrem Stimmungsboykott und sind mittlerweile auf den Sitzplatzbereich in die Westkurve "ausgewandert". Bis auf einige kurze Phasen nach einer der wenigen Torchancen und bei so etwas ähnlichem wie einer Drangperiode (Drangperiode kann man das wirklich nicht nennen), wo die Stimmung in der Ostkurve und in den angrenzenden Bereich mal kurz aufflackerte, war es meist so still, dass man die berühmte Stecknadel fallen hören konnte. So fühlte sich das Ganze eher wie bei einem Testspiel an und tonangebend waren die 150 Gästefans aus Fürth. So erschreckend leer habe ich die Ostkurve bei einem Pflichtspiel jedenfalls noch nicht gesehen. Zumindest nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. Auch nicht daran, so lethargisch und unmotiviert mal ein Spiel des VfL Bochum verfolgt zu haben. Dazu passte dann auch die Leistung auf dem Rasen, die sich so anfühlte, als wenn man nur das Nötigste getan hätte und die einzige Devise war, dieses Spiel bloß nicht zu verlieren. Natürlich gab es dafür auch Gründe, denn das fehlende Selbstvertrauen bis hin zu Unsicherheit nach zuletzt vier Pflichtspielen ohne eigenes Tor war bei den VfLern, die wiederum auch sehr defensiv eingestellt waren, deutlich zu spüren. Zu allem Übel fehlte mit Kevin Stöger und Robbie Kruse auch noch die bislang einzig funktionierende Offensiv-Achse beim VfL in dieser Saison. Stöger fehlte gesperrt und Kruse war nach überstandener Verletzung und Länderspielreise nach Honduras nur für ein paar Minuten zu gebrauchen.

Die SpVgg Greuther Fürth kann man ohne Zweifel als Angstgegner des VfL Bochum im Ruhrstadion bezeichnen. In zehn Zweitliga-Heimspielen gegen die Franken gelang nur ein einziger Heimerfolg, nämlich der 1:0-Sieg in der vergangenen Saison durch das Tor von Thomas Eisfeld. Der zweite Heimsieg gegen die Fürther datiert vom 29. September 1979, als Walter Oswald und Jupp Kaczor die beiden VfL-Tore zum 2:1-Heimsieg gegen den Vorgängerverein SpVgg Fürth in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokal beisteuerten.

Alle Spiele Bochum vs. Fürth

79/80 (Pokal) VfL – SpVgg 2:1 (VfL-Tore: Oswald,Kaczor)
99/00 (2.BL) VfL - SpVgg 1:2 (Weber)
01/02 (2.BL) VfL - SpVgg 1:1 (Freier)
05/06 (2.BL) VfL - SpVgg 1:1 (Misimovic)
10/11 (2.BL) VfL - SpVgg 0:2 (-)
11/12 (2.BL) VfL - SpVgg 1:4 (Freier)

13/14 (2.BL) VfL - SpVgg 0:2 (-)
14/15 (2.BL) VfL - SpVgg 1:1 (Terodde)
15/16 (2.BL) VfL - SpVgg 2:2 (Terodde,Rafael)
16/17 (2.BL) VfL - SpVgg 1:0 (Eisfeld)
17/18 (2.BL) VfL - SpVgg 1:1 (Hinterseer)

11 Spiele – 2 – 5 – 4 – 11:17 Tore