SG Sonnenhof Großaspach  
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Kieler Sportvereinigung Holstein
  Sonnenhof Großaspach Offiziell
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  KSV Holstein Offiziell
3. Liga 2016/2017 - Samstag, 13. Mai 2017, 13:30 Uhr
SG Sonnenhof Großaspach - Holstein Kiel (0:1) 0:1

Spielort:
Mechatronik-Arena, Aspach
Zuschauer: 2.800
SGS: Broll - Schiek, Leist, Gehring, Lorch (72.Kwadwo) - Krause, Hägele, Jüllich - Sohm, Röser (72.Röttger), Binakaj (57.Maria)

KSV: Kronholm - Herrmann, D.Schmidt, Czichos, C.Lenz - Peitz - Ki.Schindler, Drexler (87.Fetsch), Bieler, Lewerenz (70.Janzer) - Ducksch (74.Hoheneder)
Tore:
0:1 Ducksch (31., Vorarbeit Drexler)
Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)

An diesem sehr frühlingshaften Samstag ging es in etwa vier Stunden nach Aspach, in die 8.000-Einwohner-Gemeinde in der Nähe von Stuttgart. Seit 2014 spielt der "Dorfklub", wie man sich auch selbstironisch nennt, aus dem Aspacher Stadtteil Großaspach in der 3. Liga und schlägt sich dort bislang sehr gut. In der ersten Drittliga-Saison kämpfte man zwar meist gegen den Abstieg, aber seitdem steht man meist stabil auf einem einstelligen Tabellenplatz der untersten deutschen Profiliga. Die "Sportgemeinschaft Sonnenhof Großaspach" entstand erst im Jahre 1994, durch die Fusion der beiden Klubs "FC Sonnenhof Kleinaspach" und "SpVgg Großaspach". Der FC Sonnenhof Kleinaspach war dabei seinerzeit mal als Stammtischmannschaft des ansässigen Hotels Sonnenhof entstanden. Deren Mäzen, Uli Ferber, ist nicht nur Ehemann und Manager der Schlagersängerin Andrea Berg, sondern auch Chef der Hotelkette "Sonnenhof" und Spielerberater (u.a. Mario Gomez). Ihm ist sicherlich auch größtenteils der sportliche Aufschwung der vergangenenen Jahre zu verdanken. Seit der Gründung 1994 schaffte man innerhalb von zwanzig Jahren den Sprung von der siebtklassigen Landesliga bis 2014 in die 3. Liga.

Das neue Stadion der SG Sonnenhof im Sportpark Fautenhau wurde zwischen 2009 und 2011 errichtet und wurde von einer Investorengruppe, der u.a. auch Fußballprofis wie Mario Gomez oder Aljaksandr Hleb angehören, finanziert und fasst ungefähr 10.000 Zuschauer. Es wird neben Fußball auch für Konzerte, u.a. für Andrea Bergs jährliches "Heimspiel", genutzt. Die neue Heimat der SGS besteht aus drei umlaufenden, jeweils überdachten Tribünen. Eine Längsseite dagegen ist offen und gleichzeitig auch die markante Seite dieser Anlage, denn dort befindet sich neben einer kleinen Sitzplatztribüne ein großes kanadisches Blockhaus, das gleichzeitig Tribüne, Vereinsheim, Geschäftsstelle und Restaurant ist.

Wir steuerten auch als erstes das Restaurant, die "Fautenhau-Alm", an und verbrachten dort die verbleibende Zeit bis zum Anpfiff. Nach und nach traf die Kolonne aus Norddeutschland mit zig Pkws aus Kiel, Rendsburg, Plön usw. ein. Insgesamt waren dann wohl etwa 2.000 der 2.800 Zuschauer den Gästen aus Kiel zuzuordnen. Für eine Anreise von teilweise mehr als 750 km keine schlechte Anzahl Gästefans. Und das nicht von ungefähr, denn die Holstein-Anhänger konnten heute Historisches miterleben. Nämlich den ersten Aufstieg von Holstein Kiel in die 2. Bundesliga seit 39 Jahren. 1978 war Holstein zuletzt in die 2. Bundesliga aufgestiegen und dort nach zwei 14. Plätzen schließlich 1981 als 19. wieder abgestiegen. Seitdem hatte man an der Ostseeküste von der Rückkehr in die Bundesliga geträumt, und vor zwei Jahren war man schon einmal ganz nah dran und scheiterte auf äußerst bittere Weise. Nach dem dritten Platz in der 3. Liga musste man damals gegen 1860 München in der Relegation ran und sah im Rückspiel bis zur Nachspielzeit wie der Sieger aus, ehe Bülow für die Münchner Löwen doch noch der Siegtreffer gelang.

Dieses Mal sah es deutlich besser für die "Störche" aus, denn bereits am vorletzten Spieltag konnte man als aktueller Tabellenzweiter mit einem Sieg den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen, bei komfortablen vier Punkten Vorsprung auf Platz drei. Kiel begann in dieser Partie stark und druckvoll, und kam schließlich nach einer halben Stunde durch Ducksch zum verdienten Führungstreffer. In der zweiten Hälfte wurden die Gastgeber aus Aspach langsam mutiger und offensiver, aber die großen Torchancen fehlten trotzdem. Auf der anderen Seite ergab das natürlich Kontermöglichkeiten für die Gäste aus dem Norden, aber Ducksch vergab zwei Mal freistehend die Chance zur Entscheidung. So blieb es bis zum Abpfiff weiter spannend, auch wenn der Elan der Gastgeber irgendwann nachließ, und weil die Kieler weiterhin ihre guten Konterchancen nicht nutzen konnten.

Nach dem Abpfiff gab es natürlich großen Jubel bei den Gästen, und einen Platzsturm inklusive. Auf dem Rasen feierten die Holstein-Anhänger noch lange gemeinsam mit ihrem Team. Damit gibt es also für den VfL Bochum in der kommenden Saison eine schöne Auswärtsfahrt an die Ostsee!