Republic of Ireland
 
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0
      Deutschland      
  FAI Offiziell
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  DFB Offiziell
EM-Qualfikation 2016 - Donnerstag, 8. Oktober 2015, 20:45 Uhr
Irland - Deutschland (0:0) 1:0

Spielort: Aviva Stadium, Dublin
Zuschauer: 50.604
IRL: Given (43.Randolph) - Christie, Keogh, O'Shea, Ward (69.Meyler) - McCarthy - Hendrick, Brady - Hoolahan - Walters, Dar.Murphy (65.Long)

GER: Neuer - Ginter (77.Bellarabi), Boateng, Hummels, Hector - Gündogan (84.Volland), Kroos - Özil, Reus - Th.Müller - Götze (35.Schürrle)
Tore:
1:0 Long (70., Rechtsschuss, Vorarbeit Randolph)

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)

Nachdem ich am Vortag erst spätabends von einer Messe aus Hannover zurückgekommen war, ging es direkt an diesem Donnerstag Morgen schon wieder weiter. Dieses Mal nach Eindhoven in die Niederlande, um mal wieder mit dem irischen Billigflieger zu reisen, und zwar zur Heimatbasis der Fluggesellschaft nach Dublin. Einem ersten Aufatmen, als ich mich bei Dauerregen durch Schleichwege erfolgreich und nicht mit allzuviel Zeitverlust durch das staugeplagte morgendliche Ruhrgebiet gekämpft hatte, folgte erst mal doch noch etwas Zittern, da kurz vor Eindhoven 5 km Stau gemeldet wurden. Glücklicherweise schaffte es mein Navi aber ausnahmsweise mal ganz gut, mich über Landstraßen am Stau vorbeizulotsen, so dass ich etwa 1,5 Stunden vor Abflug den Flughafen in Eindhoven erreichte. Am Gate stellte ich dann erst mal fest, dass ich bei weitem nicht der einzige war, der die Idee hatte, aus den Niederlanden nach Dublin zu fliegen, denn etwa 80% der Mitreisenden waren deutsche Fußballfans, wie man an den vielen Trikots und T-Shirts erkennen konnte. Fast pünktlich um 13 Uhr (12 Uhr Ortszeit) erreichte ich dann schließlich nach zwei Stunden mit schönem Fensterplatz bei hervorragendem Reisewetter den Flughafen der irischen Hauptstadt. Auch die Verbindung mit dem Bus in die Innenstadt klappte perfekt, so dass ich nur 30 Minuten später schon am "Jurys-Inn"-Hotel war, wo ich noch beim DFB meinen Voucher in ein Ticket für das Abendspiel im Nationalstadion tauschen musste. Sehr gut war auch das Wetter, mit fast blauem Himmel und Sonnenschein, so dass ich spontan entschied, mich zu Fuß den Weg zu meinem Hotel zu machen.

Ich ging direkt am Fluss Liffey entlang, genoss die Sonnenstrahlen und 17°C, und ging irgendwann über eine der vielen Brücken hinüber nach "Temple Bar", in das Kneipenviertel der irischen Hauptstadt, wo ich in einem kleinen Hotel mit angeschlossenem Pub/Diskothek die heutige Nacht verbringen wollte. Sehr schön an Dublin ist, dass man ganz leicht alles fußläufig erreichen kann. Ins Hotel konnte ich leider noch nicht einchecken, also wurde spontan erst mal der Teil "Sightseeing" dieses Kurztrips erledigt. Neben dem Rathaus (City Hall) und der Burg (Dublin Castle) konnte vor allem das Viertel "Temple Bar" mit seinen mittelalterlichen Straßenzügen und kopfsteingepflasterten Gassen punkten, wo wirklich ein Pub neben dem anderen liegt, und die meisten Pubs so wunderbar bunt von außen geschmückt sind, wie man sich das vorstellt. Dazu gönnte ich mir "Fish and Chips" und ein Bier, wie es sich an der irischen Ostküste einfach gehört. Um 15 Uhr konnte ich dann endlich im Hotel einchecken, endlich mein Gepäck loswerden und mich etwas ausruhen. Die bereitgelegten Ohrenstöpsel sollte ich in dieser Nacht glücklicherweise nicht brauchen, auch wenn man durch die alten, hellhörigen Wände jeden heimkommenden Hotelgast hörte.

Nach der kurzen Ruhephase im Hotel schaute ich mir weitere Teile der irischen Hauptstadt, wie z.B. die Shoppingmeile, an, bevor es dann etwa zwei Stunden vor Anpfiff in Richtung des irischen Nationalstadions gehen sollte. Mit der Straßenbahn "LUAS", die quasi direkt vor meinem Hotel hielt, fuhr ich ein paar Stationen in Richtung Stadion und stieg an der Station "Spencer Dock" aus, um von da aus den Rest des Weges zu Fuß zu bewältigen. Über die imposante "Samuel Beckett Bridge", die von weitem wie eine Harfe (einem irischen Nationalsymbol) aussieht, ging es wieder auf die andere Flußseite, und vorbei an unzähligen Pubs, wo deutsche und irische Fußballfans sich friedlich vereint (wegen des herrlichen Wetters vor allem draußen stehend) auf das Spiel einstimmten.

Das Spiel bestimmten die Gäste vom DFB eindeutig, hatten eindeutig mehr Ballbesitz und die besseren Torchancen, während sich Gastgeber mehr auf die Defensive und gelegentliche Konter konzentrierten. Aber weil die Gäste es nicht schafften, den Ball im Tor unterzubringen, blieb das Spiel spannend, und zwanzig Minuten vor dem Ende schafften die Iren es sogar, den Spielverlauf völlig auf den Kopf zu stellen. Mit der allerersten wirklich gefährlichen Torchancen in diesem Spiel gingen sie 1:0 in Führung, und konnten diesen Vorsprung auch bis zum Schlusspfiff verteidigen, weil die Gäste es auch weiterhin mehr mit Querpässen statt Torabschlüssen versuchten. Die Stimmung im irischen Nationalstadion war wie erwartet typisch "britisch", d.h. es gab keinen 90-minütigen Dauersupport, sondern spielabhängigen Support. Immer, wenn es irischer Spieler mit dem Ball über die Mittellinie schaffte, wurde es direkt sehr laut. Weil aber - wie bereits geschrieben - das deutsche Team das Spiel bestimmte (ohne besonders gefährlich zu wirken), gab es viele ruhigere Phasen. Das änderte sich aber krass ab der 70. Minute, ab dem Führungstor der Iren. Jetzt wurde es unglaublich laut, und jeder Befreiungsschlag der Gastgeber wurde schon wie der Sieg gefeiert. Die letzten 20 Minuten sorgten bei mir für Dauer-Gänsehaut, weil immer wieder das komplette Stadion (außer dem Gästebock natürlich) in von irgendwo angestimmte Gesänge einstimmte. Beim Schlusspfiff gab es einen Jubelschrei der Gastgeber, der sich anfühlte, als ob die Iren gerade Weltmeister geworden wären. Aber sie haben als Außenseiter auch immerhin den amtierenden Weltmeister geschlagen.
Aviva Stadium außen
Aviva Stadium außen
Aviva Stadium innen
Aviva Stadium innen
Nationalhymnen
Nationalhymnen
Mein Blick aufs Spielfeld
Mein Blick aufs Spielfeld
deutsches Team bei Nationalhymne
deutsches Team bei Nationalhymne
Schweigeminute
Schweigeminute
Götze und Müller beim Anstoß
Götze und Müller beim Anstoß
Endstand auf Anzeigetafel
Endstand auf Anzeigetafel
Pub "The Temple Bar"
Pub "The Temple Bar"
weitere Pubs in Temple Bar
weitere Pubs in Temple Bar
Ha'penny Bridge
Ha'penny Bridge
Souvenirshop
Souvenirshop
Dublin City
Dublin City
weiterer Pub in Temple Bar
weiterer Pub in Temple Bar
... und noch einer.
... und noch einer.
Dublin Castle
Dublin Castle
Dublin Castle
Dublin Castle
City Hall
City Hall
Dublin City
Dublin City
Ha'penny Bridge
Ha'penny Bridge

Heimbilanz Irland vs. Deutschland:

1936 (Test) IRL - GER 5:2 (D-Tore: Kobierski,Szepan), in Dublin
1951 (Test) IRL - GER 3:2 (Morlock,F.Walter), in Dublin
1956 (Test) IRL - GER 3:0 (-), in Dublin
1966 (Test) IRL - GER 0:4 (Overath(2),Haller,Beckenbauer), in Dublin
1979 (Test) IRL - GER 1:3 (Rummenigge,Kelsch,D.Hoeneß), in Dublin
1989 (Test) IRL - GER 1:1 (Dorfner), in Dublin
2007 (EM-QU) IRL - GER 0:0 (-), in Dublin
2012 (WM-QU) IRL - GER 1:6 (Reus(2),Kroos(2),Özil,Klose), in Dublin

2015 (EM-QU) IRL - GER 1:0 (-), in Dublin

9 Spiele – 4 – 2 – 3 – 15:18 Tore