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1. Liga Tschechien 2007/2008 - Freitag, 23. November 2007, 17:00 Uhr
SK Slavia Prag - SK Sigma Olmütz (0:0) 0:0

Spielort: Stadion Evžena Rošického, Prag
Zuschauer: 2.523
SKS: Vaniak - Krajčík, Švec, Brabec, Hubáček - Šmicer (71.Belaid), Gebre Selassie (51.Volešák), Tavares, Pudil - Vlček , Ivana (56.Šenkeřík)
SOL: Drobisz - Jindřišek, Šuškavčevič, Škerle , Jurkič - Bajer (80.Knakal), Kaščák, Rossi da Silva, Onofrej - Melinho (90.Komárek), Hubník (78.Schulmeister)
Tore: keine

In diesem November ging es für eine ganze Woche lang beruflich nach Prag, um unseren Verlag auf einem internationalen Symposium für Arbeitsschutz vorzustellen. Einquartiert hatten wir uns im gleichen Hotel, wo auch die Tagung und die dazugehörige Fachausstellung stattfanden. Viel Raum für Freizeit und Sightseeing blieb da nicht. Aber immerhin konnten wir an jedem Abend die wahnsinnig leckere tschechische Küche und die nicht minder leckeren tschechischen Biersorten genießen. An einem dieser Abende in dieser Woche gab es dazu noch eine große Party in einer Location direkt neben dem Kloster Strahov, wo den Besuchern aus ganz Europa natürlich auch die tschechische Kultur vorgestellt wurde, also vor allem das schmackhafte Essen und das fantastische Bier. Auch wenn das eigentlich kein richtiges Groundhopping ist, aber etwas Fußball sollte es in dieser Woche für mich natürlich auch noch geben. Zufälligerweise spielte Slavia Prag an diesem Freitag Abend zu Hause und unser Hotel lag gerade einmal 800 Meter vom Ground entfernt, also konnte ich ganz entspannt nach Feierabend zu Fuß noch mal herübergehen, um Fußball zu schauen. Als gar nicht so leicht stellte sich zunächst einmal der Kartenkauf heraus. An dem Kartenhäuschen wurde ein Einheitspreis von 180 Tschechischen Kronen (also etwa 6,50 Euro) für das gesamte Stadion angezeigt, trotzdem kam der offensichtlich nicht des Englischen mächtige Kartenverkäufer nicht darauf, was ich wohl von ihm wollen könnte, obwohl ich heftig gestikulierend mit einem 200-Kronen-Schein vor ihm wedelte, etwas von "One ticket" faselte und ihm mit dem Daumen irgendwie zu verstehen geben wollte, dass ich eigentlich nur eine Karte brauchte. Was er wohl noch außer Eintrittskarten zu verkaufen hatte? Also ging ich einfach ein Kartenhäuschen weiter, wo man mir tatsächlich mit einem Ticket und 20 Kronen Wechselgeld weiterhelfen konnte.

 

An diesem äußerst kalten Freitag-Abend im November empfing der damals aktuelle Spitzenreiter der ersten tschechischen Liga, also Slavia Prag, den damals aktuellen Tabellenachten Sigma Olmütz. Natürlich hatte ich meine Handschuhe im Hotel vergessen, und so wurde leider ein Großteil meiner Fotos unscharf, weil die Hände beim Fotografieren sofort einfroren. Der Fußballklub Slavia gilt in der tschechischen Hauptstadt schon immer mehr als bürgerlicher Klub der Interlektuellen, während der große Stadtrivale Sparta mehr als Arbeiterverein gilt. Der damalige Gast, Sigma Olmütz, dürfte einigen Leuten in Deutschland vor allem aus seiner großen Zeit Anfang der 1990er Jahre noch bekannt sein, als man zum Beispiel in der Saion 1991/92 im UEFA-Cup sensationell bis ins Viertelfinale kam (und auf dem Weg dorthin u. a. den damals noch regelmäßig international spielenden Hamburger SV ausschaltete) und ein Jahr später in der dritten Runde nur knapp an Juventus Turin scheiterte. Mit Pavel Hapal (Leverkusen) und Radoslav Latal (Schalke) wechselten zwei Spieler des Erfolgsteams später in die Bundesliga und hatten dort relativ großen Erfolg.

Slavia Prag galt zu dieser Zeit in Tschechien noch als der ewige Zweite im tschechischen Fußball. 1999/00, 2000/01 und 2004/05 war man bereits Vizemeister geworden und auch in der Saison vor meinem Besuch, also 2006/07, hatte es am Ende wieder nur zu Platz 2 gereicht. Vor meinem Besuch konnte man nur 1996 den tschechischen Meistertitel erringen, der letzte Titel in der vereinigten Tschechoslowakei datierte sogar aus dem Jahr 1947. Mittlerweile hat man diesen Mythos aber besiegt und wurde 2008 und 2009 gleich zwei Mal hintereinander Tschechischer Fußball-Meister.

Ein eigenes Stadion hatte Slavia Prag zu dieser Zeit nicht. Slavias eigentlicher Heimground, das "Stadion Eden", war im Jahr 2004 abgerissen worden (nachdem es bereits seit dem Jahr 2000 nicht mehr genutzt worden war) und wurde bis Mai 2008 durch ein neues, hochmodernes Stadion ersetzt: Die "Eden Arena", in der Slavia seitdem jetzt seine Heimspiele austrägt. In der Übergangszeit (2000 bis 2008), also auch zurzeit meines Besuches, spielte Slavia im viel zu großen ehemaligen Nationalstadion
"Evžena Rošického", das in direkter Nachbarschaft zum Strahov-Stadion liegt, das mit einem Fassungsvermögen von 220.000 Zuschauern als das größte Stadion der Welt gilt. Von der Stimmung her konnten die Slavia-Supporter aber an diesem Abend durchaus überzeugen. Zwar waren insgesamt nur 2.500 Zuschauer im weiten, mehr als 18.000 Zuschauer fassenden Rund, aber von der Lautstärke und Kreativität träumt wohl manch anderer Verein (zumindest in Tschechien). Aus Olmütz waren ca. 80 Fans mitgereist, die sich ab und zu einmal durch zaghafte "Sigma, Sigma"-Rufe bemerkbar machten.

Tore fielen an diesem Abend zwar nicht, aber dennoch war es ein sehr unterhaltsames Spiel mit einem hochüberlegenen Gastgeber, der zahlreiche Großchancen ungenutzt ließ. Slavia blieb aber, trotz dieses Punktverlustes, Tabellenführer der tschechischen Eliteklasse und durfte weiter vom ersten Meistertitel seit elf Jahren träumen (was sie ein halbes Jahr später tatsächlich auch endlich schafften). Bekanntester Spieler der Gastgeber zu dieser Zeit war Rückkehrer Vladimir Smicer, der seine größte Zeit beim FC Liverpool hatte und 2001 mit den Engländern UEFA-Cup-Sieger geworden war. Trainiert wurde Slavia damals von Karel Jarolim, dem Vater des ehemaligen HSV-Profis David Jarolim.

Karlsbrücke
Karlsbrücke
Karlsbrücke mit Blick auf die Prager Burg
Karlsbrücke mit Blick auf die Prager Burg
Wenzelsplatz
Wenzelsplatz
Prager Altstadt
Prager Altstadt
Altstädter Ring
Altstädter Ring
Teynkirche am Altstädter Ring
Teynkirche am Altstädter Ring
die berühmte astronomische Uhr am Altstädter Rathaus
die berühmte astronomische Uhr am Altstädter Rathaus
Prager Altstadt
Prager Altstadt
Prager Altstadt
Prager Altstadt
unser Hotel in Prag
unser Hotel in Prag
im Veitsdom an der Prager Burg
im Veitsdom an der Prager Burg
Wachablösung auf der Prager Burg
Wachablösung auf der Prager Burg
Blick auf Prag, von der Prager Burg aus
Blick auf Prag, von der Prager Burg aus
Blick auf die Karlsbrücke, von der Prager Burg aus
Blick auf die Karlsbrücke, von der Prager Burg aus
Karlsbrücke
Karlsbrücke
Karlsbrücke
Karlsbrücke