Strømsgodset IF
2
:
4
     Stabæk IF     
  Godset Offiziell
Godset Supporter
:
  Stabæk IF Offiziell
Stabæk Support
Stabæk Inferno
tippeliga.de
Pokal-Viertelfinale 2007 - Sonntag, 19. August 2007, 16:00 Uhr

Strømsgodset IF - Stabæk IF (0:2) 2:2, 2:4 n.V.
Spielort: Marienlyst Stadion, Drammen
Zuschauer: 3.063
SIF: E.Johnsen – Aas, Deila, Bergd
ølmo, Fazlagic – Sørli (87.Nordkvelle), Winsnes, Leonhardsen - Ohr (105.Finstad), Kovacs, Kalsæg (79.Ludvigsen)
STB: Knudsen – Skjønsberg, Segerström, Kjølø, Stenvoll – Keller, Hauger (79.Nystuen), Tchoyi, Alanzinho (30.Holmvik) – Nannskog (99.I.A.Olsen), Gunnarsson
Tore:
0:1 Gunnarsson (24.),

0:2 Gunnarsson (30., Foulelfmeter),

1:2 Bergdølmo (58.),

2:2 Ohr (73.),

2:3 Nannskog (94.),

2:4 Tchoyi (109.)
Schiedsrichter: Svein-Oddvar Moen (Haugar)

Zu meinem Geburtstag gönnte ich mir in diesem Jahr noch einmal eine kleine Tour nach Norwegen, um mir ein Spiel von Stabæk zu schauen. Es machte einfach richtig viel Spaß, Stabæk zu dieser Zeit spielen zu sehen. Besonders das Offensivspiel: Der Brasilianer Alanzinho spielte den Verteidigern der Gegner regelmäßig Knoten in die Beine, dass es teilweise wie Slapstick wirkte, und auch der Kameruner Somen Tchoyi war in seiner bulligen und trotzdem technischen perfekten Art kaum von einer norwegischen Defensive zu stoppen und vorne erzielten Daniel Nannskog und Veigar Pall Gunnarsson Tore am Fließband und stritten sich jedes Jahr um die norwegische Torjägerkrone. Insgesamt war das definitiv die beste Mannschaft, die Stabæk je hatte und wird sicherlich auch als solche in die Vereinsgeschichte eingehen. Nur ein Jahr später krönte man sich schließlich hochverdient zum Norwegischen Fußballmeister und ein weiteres Jahr später scheiterte man in der Qualifikation zur Champions League nur ganz knapp am FC Kopenhagen, bevor dieses Team leider, wie andere vorher und nachher auch, von finanzstärkeren Klubs aus größeren Ligen auseinandergekauft wurde.

In dieser Saison hatte ich mir eigentlich vorgenommen, gleich zwei Klubs bis ins Pokalfinale zu begleiten. Während der VfL Bochum aber 14 Tage zuvor gerade einmal die erste Runde bei Drittligist Dynamo Dresden überstand und in der zweiten Runde - blöd wie immer - bei Alemannia Aachen am Tivoli ausschied, stand Stab
æk durch diesen Sieg an diesem Nachmittag schon im Halbfinale (im Halbfinale verlor man dann später leider 0:2 in Lillestrøm). In Drammen, das ca. eine Autostunde von Oslo entfernt liegt, kam es an diesem sommerlichen Nachmittag zum Duell zweier Erstligaklubs: Der ansässige Klub Strømsgodset IF gegen Stabæk IF aus Bærum. Zwischen beiden Klubs gibt es seit einigen Jahren eine besondere Rivalität, die vielleicht mit der zwischen Bochum und Bielefeld zu vergleichen ist. Zwar ist man kein direkter Lokalkonkurrent, aber trifft sich oft zu harten Duellen auf Augenhöhe, das heißt kämpft oft direkt gegeneinander um Aufstieg, Abstieg oder um einen Platz im Europapokal. Mit dem Pkw ging es also an diesem Tag vom Domizil in Oslo kurz hinüber nach Drammen und nach dem Spiel sofort wieder zurück in die norwegische Hauptstadt.

Stabæk ging in das heutige Spiel als leichter Favorit, kämpfte man doch in dieser Saison als damaliger Tabellendritter noch um einen UEFA-Cup-Platz, während die Gastgeber aus Drammen als Aufsteiger irgendwo im gesicherten Tabellenmittelfeld lagen. Bei den Gastgebern gab es dazu noch jede Menge Wiedersehen, denn
mit Samir Fazlagic, Stian Ohr und Thomas Finstad standen beim Klub aus Drammen gleich drei ehemalige Stabæk-Spieler auf dem Platz. In Deutschland am bekanntesten dürfte der ehemalige BVB-Profi André Bergdølmo sein.

Es entwickelte sich wirklich ein spannender, typischer Pokalfight, so wie man es sich als Zuschauer natürlich wünscht und so, wie ich es mir vorher erhofft hatte. Zur Halbzeit schien das Spiel eigentlich schon zu Gunsten der Gäste entschieden. Durch einen Doppelpack des Isländers Veigar Pall Gunnarsson hatte
Stabæk scheinbar souverän mit 2:0 in Führung gelegen. Besonders sein verwandelter Elfmeter zum 2:0 sorgte für Aufregung im Stadion. Der gefoulte Daniel Nannskog und Schiedsrichter Moen wurden anschließend vom heimischen Publikum zu den Buhmännern erklärt und für den Rest des Spiels ausgepfiffen und bepöbelt. André Bergdølmo war nicht nur generell unsympathisch wegen seiner Vergangenheit, sondern zog sich auch noch den Unmut der Gäste zu, als er vor dem Elfmeter mit seinen Schuhen ein Loch in den Elfmeterpunkt grub, um den Schützen zu stören und zu verunsichern. Aber Gunnarsson legte den Ball einfach ein paar Zentimeter neben das frisch gegrabene Loch und verwandelte sicher.


Zu Beginn der zweiten Halbzeit merkte man von der ersten Sekunde an, dass die Gastgeber dieses Spiel unbedingt noch drehen wollten. Sie entwickelten plötzlich einen unglaublichen Druck auf das
Stabæk-Tor von Jon Knudsen und schien eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Anschlusstor für die Gastgeber fallen würde. Das fiel dann nach einer Stunde Spielzeit ausgerechnet noch durch Verteidiger Bergdølmo, der nach einer Ecke die Verwirrung im Strafraum nutzte. Ebenfalls ausgerechnet der ehemalige Stabæk-Spieler Stian Ohr erzielte dann in der 73. Minute den mittlerweile zugebenermaßen hochverdienten Ausgleich.

Erst jetzt wachte
Stabæk wieder auf und wurde endlich auch wieder offensiver. Die letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit waren an Spannung kaum zu unterbieten. Beide Teams drängten auf das entscheidende Siegtor und wollten die Verlängerung unbedingt vermeiden. Es gab ein wunderbar Hin und Her mit Großchancen auf beiden Seiten, aber es blieb schließlich beim 2:2. Aber bereits nach vier gespielten Minuten in der Verlängerung brachte Daniel Nannskog Stabæk wieder mit 3:2 in Führung. In der zweiten Hälfte der Verlängerung, zehn Minuten vor dem Ende, gab es dann die endgültige Entscheidung zu Gunsten von Stab
æk. Somen Tchoyi benutzte die Abwehrspieler der Gastgeber als Slalomstangen und spielte auch noch Torwart Johnsen aus und schob zum 4:2 ein. Was für ein Traumtor! Alleine deswegen hatte sich schon der ganze Ausflug gelohnt.

Hier kann man sich das Traumtor nochmal ansehen:

Trotz der mageren Kulisse von nur 3.000 Zuschauern herrschte eine richtige Pokal-Atmosphäre im Marienlyst Stadion. Die Fans der Gastgeber, die hinter dem einen Tor standen, trieben ihr Team besonders in der zweiten Halbzeit mit hoher Lautstärke nach vorne. Die zahlenmäßig unterlegenen Gäste-Anhänger hielten gut dagegen.

Gästeblock im Marienlyst Stadion
Gästeblock im Marienlyst Stadion
Haupttribüne im Marienlyst Stadion
Haupttribüne im Marienlyst Stadion
Alanzinho!!!
Alanzinho!!!
Gästeblock mit Flutlicht
Gästeblock mit Flutlicht
Godset-Supporter
Godset-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Einlauf Teams
Einlauf Teams
Stabæk-Team beim Einlauf
Stabæk-Team beim Einlauf
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Supporter
Stabæk-Team bedankt sich bei seinen Fans
Stabæk-Team bedankt sich bei seinen Fans